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STOOSS Abluftconsulting
Schadstoff

Kohlenmonoxid

Fachlich verantwortlich: Stefan Stooß, Dipl.-Ing. Verfahrenstechnik · Stand: 24. Oktober 2026

Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses, hochgiftiges Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht – immer dann, wenn Luftmangel, zu niedrige Temperatur oder zu kurze Verweilzeit die vollständige Oxidation zu CO₂ verhindern. Der Emissionsgrenzwert liegt bei 300 mg/m³ nach TA Luft, der Arbeitsplatzgrenzwert bei 35 mg/m³ (30 ppm). Anders als beim chemisch verwandten CO₂ ist die Gefahr akut toxisch, nicht klimatisch.

Induktionsschmelzofen in einer Gießerei mit Erfassungshaube und Abgasleitung, Arbeiter in Hitzeschutzkleidung von hinten
Unvollständige Verbrennung an Schmelz- und Wärmebehandlungsöfen ist eine typische Kohlenmonoxidquelle in der Metallindustrie.
Verfahren für Kohlenmonoxid klären +49 (0)7128 380 3050 Erstgespräch kostenfrei und herstellerunabhängig
Auch bekannt als
Kohlenstoffmonoxid, CO, Carbon monoxide (engl.)
Formel
CO
CAS-Nummer
630-08-0
Stoffgruppe
Säuren & anorganische Gase · verwandte Stoffe: Methan, Ozon, Schwefeloxide, Isocyanate

Typische Quellen Metallverarbeitung & OberflächentechnikAbfall- & RecyclinganlagenChemie & Verfahrenstechnik

Steckbrief Kohlenmonoxid (CO): Grenzwerte, Verfahrenseignung und typische Quellen Grenzwerte: TA Luft 300 mg/m³ (Emissionsgrenzwert, anlagenabhängig — nicht abschließend verifizierte Gliederungsnummer, siehe Genehmigungsbescheid); 39. BImSchV 10 mg/m³ (Immissionswert, 8-Stunden-Mittelwert); Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) 35 mg/m³ (30 ppm) (TRGS 900). Geeignete Verfahren: TNV (Oxidation zu CO₂ bei 750–1.000 °C), KNV auf Edelmetall-Katalysatoren ab 200–300 °C, RTO bei großen Volumenströmen. Ungeeignet: Aktivkohle, weil CO ist ein kleines, unpolares Molekül ohne nennenswerte Van-der-Waals-Wechselwirkung mit der Kohleoberfläche — die Adsorptionskräfte, die bei VOC für eine brauchbare Beladung sorgen, greifen bei CO praktisch nicht. Die erreichbare Beladung liegt so niedrig, dass Aktivkohle als Abscheideverfahren für CO wirtschaftlich und technisch ausscheidet.; Biofilter, weil Der mikrobielle Abbau in Biofiltern setzt eine Stoffwechselleistung voraus, die auf gut wasserlösliche, biologisch verwertbare Verbindungen ausgelegt ist. CO ist chemisch reaktionsträge und für die im Biofilm siedelnde Mikroflora kein relevantes Substrat — ein biologischer Abbau spielt in der praktischen Abluftreinigung keine Rolle. Die Oxidation von CO bleibt damit ein thermisches oder katalytisches, kein biologisches Verfahrensthema.. Typische Quellen: Metall & Oberflächentechnik, Abfall & Recycling, Chemie & Verfahrenstechnik. Auch bekannt als Kohlenstoffmonoxid, CO, Carbon monoxide (engl.). CAS-Nummer 630-08-0. Kohlenmonoxid CO CAS 630-08-0 · Steckbrief aus den Regelwerken dieser Seite Grenzwerte Balkenlänge logarithmisch, eine Dekade je Teilstrich TA Luft 300 mg/m³ 39. BImSchV 10 mg/m³ AGW (Arbeitsplatz) 35 mg/m³ (30 ppm) Verfahren Geeignet (3) Ungeeignet (2) TNV (Oxidation zu CO₂ bei 750–1.000 °C) KNV auf Edelmetall-Katalysatoren ab 200–300… RTO bei großen Volumenströmen Aktivkohle CO ist ein kleines, unpolares Molekül ohnenennenswerte Van-der-Waals-Wechselwirkung mit … Biofilter Der mikrobielle Abbau in Biofiltern setzt eineStoffwechselleistung voraus, die auf gut … Typische Quellen Metall & Oberflächentechnik Abfall & Recycling Chemie & Verfahrenstechnik

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Steckbrief Kohlenmonoxid: Grenzwerte und Verfahrenseignung aus den auf dieser Seite genannten Regelwerken.

Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses, hochgiftiges Gas, das bei unvollständigen Verbrennungsprozessen entsteht. In der industriellen Abluftreinigung ist CO ein wichtiger Parameter nach TA Luft und BImSchG. Anders als klassische Lösemitteldämpfe ist CO kein VOC — es ist ein anorganisches Verbrennungsprodukt, dessen Verfahrenslogik sich grundlegend von der organischer Schadstoffe unterscheidet.

Definition & Eigenschaften

EigenschaftWert
Chemische FormelCO
Molare Masse28,01 g/mol
Siedepunkt-191,5 °C
Dichte1,25 kg/m³
GeruchGeruchlos (!)
Explosionsgrenzen12,5–74 Vol.-%

CO ist ein kleines, unpolares zweiatomiges Molekül mit sehr niedrigem Siedepunkt — bei Raumtemperatur und Normaldruck bleibt es vollständig gasförmig, eine Kondensation oder Absorption in Wasser scheidet als Abscheideprinzip damit aus. Chemisch ist CO vergleichsweise reaktionsträge: Es reagiert erst bei ausreichender Temperatur oder in Gegenwart eines Katalysators zügig mit Sauerstoff weiter zu CO₂. Genau diese Trägheit macht CO für die Adsorption an Aktivkohle ungeeignet und macht thermische bzw. katalytische Oxidation zum naheliegenden Abscheideprinzip.

Grenzwerte

ParameterGrenzwertBezug
Emissionsgrenzwert300 mg/m³TA Luft, anlagenabhängig
Immissionswert (8h)10 mg/m³39. BImSchV
AGW35 mg/m³ (30 ppm)TRGS 900

Der Emissionsgrenzwert von 300 mg/m³ ist in der Praxis publiziert und plausibel, die genaue Fundstelle in der TA Luft war im Rahmen dieser Recherche nicht zweifelsfrei zu verifizieren — maßgeblich ist deshalb immer der individuelle Genehmigungsbescheid Ihrer Anlage, nicht diese Übersicht.

Gesundheitsgefahren

  • CO-Hb-Bildung: CO bindet 200-300× stärker an Hämoglobin als Sauerstoff
  • Bewusstlosigkeit: Ab 200 ppm Kopfschmerzen, ab 800 ppm Bewusstlosigkeit
  • Tod: Ab 3.200 ppm innerhalb von 5–10 Minuten tödlich
  • Langzeitschäden: Herzschäden, neurologische Störungen

Kohlenmonoxid in der Industrie

  • Verbrennungsprozesse: Heizkessel, Öfen, Kraftwerke
  • Stahl- und Metallindustrie: Hochöfen, Konverter, Kokereien
  • Gießereien: Kupolöfen, Schmelzprozesse
  • Chemische Industrie: Synthesegas, Fischer-Tropsch-Synthese
  • Abfallverbrennung: MVA, Sonderabfall

Wie Kohlenmonoxid gemessen wird

CO wird bei Feuerungsanlagen überwiegend kontinuierlich mit NDIR-Sensorik (nichtdispersive Infrarot-Messung) erfasst — ein robustes, etabliertes Messprinzip, das auf der charakteristischen Infrarotabsorption von CO beruht. Eine typische Störgröße ist die Querempfindlichkeit zu anderen infrarotaktiven Gasen im Abgas, insbesondere CO₂ und Wasserdampf: Ohne saubere Kalibrierung mit Prüfgas und regelmäßige Funktionskontrolle kann die Querempfindlichkeit den Messwert verfälschen. Bei kontinuierlich überwachten Anlagen ist die automatische Kalibrierung deshalb Teil der Regelbetriebsführung, nicht nur eine jährliche Formalie.

Abluftreinigung — So wird Kohlenmonoxid entfernt

  • TNV: CO wird bei 750–1.000 °C zu CO₂ oxidiert
  • KNV: Auf Edelmetall-Katalysatoren ab 200–300 °C
  • RTO: Energieeffizient bei großen Volumenströmen
  • Verbrennungsoptimierung: Primärmaßnahmen durch Luftzufuhr und Brennereinstellung

Welche Verfahren ausscheiden — und warum

Aktivkohle scheidet bei CO praktisch aus: Adsorption an Aktivkohle funktioniert über Van-der-Waals-Kräfte zwischen der Kohleoberfläche und dem Zielmolekül — bei größeren, polarisierbaren VOC-Molekülen ausreichend stark für eine brauchbare Beladung, bei dem kleinen, unpolaren CO-Molekül dagegen viel zu schwach. Die erreichbare Beladung liegt so niedrig, dass ein Aktivkohlefilter für CO wirtschaftlich sinnlos wäre.

Biofilter scheiden ebenfalls aus: Die biologische Abluftreinigung setzt auf mikrobiellen Stoffwechsel, der auf gut wasserlösliche, organisch verwertbare Verbindungen als Nährstoffquelle angewiesen ist. CO ist chemisch reaktionsträge und für die im Biofilm angesiedelten Mikroorganismen kein nennenswertes Substrat — ein relevanter biologischer Abbau findet in der Praxis nicht statt. Die einzigen wirksamen Abscheideprinzipien bei CO bleiben damit thermische und katalytische Oxidation.

Praxisfall: CO-Durchbruch als Frühwarnsignal

Ein wiederkehrendes Muster in Gießereien und bei Feuerungsanlagen: Ein schlecht eingestellter Brenner oder Kupolofen — zu wenig Luftzufuhr, zu niedrige Temperatur, zu kurze Verweilzeit im Feuerraum — führt zu unvollständiger Verbrennung, sichtbar zuerst am steigenden CO-Wert im Abgas, oft bevor andere Emissionsparameter auffällig werden. Der CO-Anstieg ist damit doppelt relevant: als Emissionsproblem gegenüber der Genehmigungsbehörde und als Sicherheitsthema für das Personal in der Halle, wo unvollständig verbrannte Abgase bei mangelnder Lüftung zu gefährlichen CO-Konzentrationen führen können. Die praktische Konsequenz: Eine kontinuierliche CO-Messung ist nicht nur Emissions-, sondern auch Frühwarnsystem — ein plötzlicher CO-Anstieg sollte immer als Anlass für eine Kontrolle der Verbrennungseinstellung genommen werden, nicht erst bei einer Grenzwertüberschreitung.

Abgrenzung zu Kohlendioxid

CO und CO₂ werden im Alltag oft verwechselt, sind toxikologisch aber grundverschieden: CO ist bereits in geringer Konzentration akut toxisch, weil es die Sauerstoffbindung im Blut blockiert. CO₂ ist in normalen Konzentrationen ungiftig und wird erst in sehr hoher Dosis durch Verdrängung von Sauerstoff erstickend — seine eigentliche Relevanz liegt als Klimagas im Emissionshandel, nicht als klassischer Abluftschadstoff. Wer beide Stoffe in derselben Anlage bilanziert, sollte diese unterschiedliche Zuständigkeit — Arbeitsschutz und TA Luft bei CO, Emissionshandel bei CO₂ — nicht vermischen.

Häufige Fragen

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

CO ist geruchlos und bindet 200-300× stärker an Hämoglobin als Sauerstoff. Ab 800 ppm tritt Bewusstlosigkeit ein, ab 3.200 ppm ist es tödlich.

Welcher CO-Grenzwert gilt nach TA Luft?

Der Emissionsgrenzwert liegt bei 300 mg/m³ nach TA Luft. Für Verbrennungsanlagen können anlagenspezifisch strengere Werte gelten; maßgeblich ist immer der Genehmigungsbescheid.

Wie entsteht CO in der Industrie?

CO entsteht bei unvollständiger Verbrennung — wenn Luftmangel, zu niedrige Verbrennungstemperatur oder eine zu kurze Verweilzeit im Feuerraum die vollständige Oxidation zu CO₂ verhindern.

Warum scheiden Aktivkohle und Biofilter bei CO aus?

CO ist ein kleines, unpolares Molekül, das an Aktivkohle kaum adsorbiert wird, und chemisch zu reaktionsträge für den mikrobiellen Abbau im Biofilter. Beide Verfahren spielen bei CO praktisch keine Rolle — die Abscheidung erfolgt fast ausschließlich über thermische oder katalytische Oxidation.

Wie wird Kohlenmonoxid gemessen?

Kontinuierlich über NDIR-Sensorik (nichtdispersive Infrarot-Messung), üblich bei Feuerungsanlagen mit kontinuierlicher Emissionsüberwachung. Eine typische Störgröße ist die Querempfindlichkeit zu anderen IR-aktiven Gasen wie CO₂ oder Wasserdampf, weshalb regelmäßige Kalibrierung mit Prüfgas wichtig ist.

Wie unterscheidet sich CO von CO₂?

Beide entstehen bei Verbrennung, sind aber toxikologisch grundverschieden — CO ist akut toxisch durch Verdrängung von Sauerstoff im Blut, CO₂ ist in normalen Konzentrationen ungiftig, aber erstickend in hoher Dosis und vor allem als Klimagas relevant. CO entsteht bei unvollständiger, CO₂ bei vollständiger Verbrennung. Details siehe Kohlendioxid.

Warum ist ein CO-Anstieg ein Frühwarnsignal für Betreiber?

Ein steigender CO-Wert im Abgas zeigt eine unvollständige Verbrennung an, noch bevor sie an anderen Parametern sichtbar wird — typisch bei einem schlecht eingestellten Brenner oder Kupolofen. Er ist damit nicht nur ein Emissionsparameter, sondern auch ein Signal für Personal- und Anlagensicherheit in Hallen mit Verbrennungsprozessen.

Welches Verfahren scheidet CO am zuverlässigsten ab?

Thermische oder katalytische Oxidation — TNV, KNV oder RTO wandeln CO vollständig zu CO₂ um. Welches Verfahren wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von Volumenstrom, Temperaturniveau und Begleitstoffen ab.

Quellen und Regelwerke

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