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Emissionen: Was sie sind und wie sie eingeordnet werden

Fachlich verantwortlich: Stefan Stooß, Dipl.-Ing. Verfahrenstechnik · Stand: 08. September 2026

Emissionen sind alles, was eine Anlage in die Umwelt abgibt — Luftschadstoffe, Staub, Geruch oder Lärm. Der Begriff beschreibt den Austritt an der Quelle, etwa am Kamin, unabhängig davon, was später bei der Nachbarschaft ankommt. Das ist die zentrale Abgrenzung zur Immission: dem, was am Einwirkungsort tatsächlich eintrifft, nachdem sich der Schadstoff durch die Atmosphäre verdünnt und verteilt hat.

Verwitterter Stahlkamin auf einem Fabrikdach mit Abgasfahne, davor Radialventilator und isolierte Abluftleitung, im Hintergrund Hügel und eine Ortschaft
Emission ist das, was am Kamin austritt — was davon in der Nachbarschaft ankommt, heißt Immission.

Emission, Immission, Transmission — die zentrale Abgrenzung

Diese drei Begriffe werden in der Praxis ständig verwechselt, beschreiben aber drei verschiedene Stationen derselben Wirkungskette.

Emission

Der Austritt an der Quelle — was eine Anlage tatsächlich abgibt. § 3 Abs. 3 BImSchG.

Transmission

Die Übertragungsstrecke: Ausbreitung, Verdünnung, teils chemische Umwandlung in der Atmosphäre.

Immission

Das, was am Einwirkungsort ankommt — bei Mensch, Tier, Pflanze oder Sachgut. § 3 Abs. 2 BImSchG.

Praktische Folge: Ein niedriger Emissionswert schützt nicht automatisch vor einer Immissionsüberschreitung — bei ungünstiger Quellhöhe, Wetterlage oder mehreren Emittenten im Umfeld kann die Zusatzbelastung trotzdem relevant werden. Umgekehrt kann eine höhere Emission bei guter Verdünnung immissionsseitig unauffällig bleiben. Wie die Behörde diesen Zusammenhang prüft, erklärt die Immissionsprognose; die Begriffe im Detail: Immission.

Emission, Transmission und Immission Emission bezeichnet den Austritt von Schadstoffen aus der Anlage und wird am Kamin gemessen. Transmission ist die Ausbreitung und Verdünnung in der Atmosphäre, abhängig von Wind, Wetter und Schornsteinhöhe. Immission ist die Einwirkung am Zielort, also das, was in der Nachbarschaft ankommt. Emissionswerte stehen im Genehmigungsbescheid, Immissionswerte werden über eine Ausbreitungsrechnung ermittelt. Anlage Emission am Austritt gemessen Transmission Ausbreitung und Verdünnung Wind Nachbarschaft Immission am Wirkungsort Grenzwert im Bescheid über Ausbreitungsrechnung

Zum Ansehen seitlich wischen

Der Unterschied ist folgenreich: Ein Emissionsgrenzwert gilt am Austritt und lässt sich dort messen. Ein Immissionswert gilt dort, wo die Schadstoffe ankommen — und lässt sich am Kamin nicht messen, sondern nur über eine Ausbreitungsrechnung ermitteln. Wer beides verwechselt, rechnet mit den falschen Zahlen.

Arten von Emissionen

Der Rechtsrahmen unterscheidet mehrere Emissionsarten — mit Fokus auf Luftschadstoffe, weil sie den größten Teil der Anlagenüberwachung ausmachen.

Luftschadstoffe

Gase, Dämpfe und Stäube — von VOC über Stickoxide bis Schwermetalle. Der mit Abstand am stärksten regulierte Emissionstyp.

Beispiele: Staub, VOC, NOₓ, SO₂, HCl, Schwermetalle

Staub

Eigene Untergruppe der Luftschadstoffe, aber messtechnisch und rechtlich mit eigenen Regelungen — Gesamtstaub emissionsseitig, Feinstaubfraktionen (PM10/PM2,5) immissionsseitig.

Beispiele: Gesamtstaub, PM10, PM2,5

Geruch

Nicht über Massenkonzentration, sondern über Geruchseinheiten und Geruchsstunden-Häufigkeiten bewertet — eigenes Regelwerk (Anhang 7 TA Luft).

Beispiele: Geruchseinheiten (GE/m³), Geruchsstunden

Lärm

Kein Luftschadstoff, aber rechtlich ebenfalls eine Emission im Sinne des BImSchG — mit eigenen Immissionsrichtwerten je nach Gebietstyp.

Beispiele: Schallleistungspegel, Immissionsrichtwerte nach TA Lärm

Wie Emissionen gemessen und angegeben werden

Ein Emissionswert ist nur mit vollständiger Bezugsgröße aussagekräftig. Die wichtigsten:

Bezugsgröße Einheit Bedeutung
Massenkonzentration mg/m³ Masse des Schadstoffs je Kubikmeter Abgas, bezogen auf den Normzustand
Massenstrom kg/h Massenkonzentration × Abgasvolumenstrom — die tatsächliche Fracht pro Zeiteinheit
Emissionsfaktor z. B. g/kg oder g/kWh Emittierte Menge pro Bezugsgröße der Tätigkeit — für Abschätzungen ohne Messung
Geruchseinheit GE/m³ Verdünnungsfaktor bis zur Geruchsschwelle, ermittelt per Olfaktometrie

Vertiefung der einzelnen Kenngrößen im Glossar: Massenkonzentration, Massenstrom und Emissionsfaktor — für die drei anerkannten Ermittlungsarten (Messung, Berechnung, Schätzung) und wann welche zählt.

Rechtsrahmen: Wer welche Pflichten hat

Emissionen sind kein rein technischer, sondern ein rechtlich geregelter Begriff. Kern ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz mit seinen Durchführungsverordnungen.

  • BImSchG und BImSchV — definieren Emission und Immission (§ 3), legen die Genehmigungspflicht (§ 4) und die Betreiberpflichten (§ 5: Schutz- und Vorsorgepflicht nach dem Stand der Technik) fest.
  • TA Luft 2021 — konkretisiert die Emissionsgrenzwerte je Stoffklasse (Nummer 5) und die Immissionswerte zum Schutz der Nachbarschaft (Nummer 4). Belegte Fundstellen: Nr. 5.2.1 (Gesamtstaub), Nr. 5.2.5 (organische Stoffe, Gesamt-C), Nr. 5.2.7 (Formaldehyd).

Wer genau welche Nachweis- und Meldepflichten hat, hängt von Anlagenart und Genehmigungsbescheid ab — Details zur jährlichen Meldepflicht: Emissionserklärung.

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Häufige Fragen

Was sind Emissionen einfach erklärt?

Emissionen sind alles, was eine Anlage in die Umwelt abgibt — Luftschadstoffe, Staub, Geruch oder Lärm. Der Begriff beschreibt den Austritt an der Quelle, unabhängig davon, was später in der Umgebung ankommt. Das BImSchG definiert Emissionen in § 3 Abs. 3 als die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Erscheinungen.

Was ist der Unterschied zwischen Emission und Immission?

Die Emission ist das, was an der Quelle austritt — etwa aus einem Kamin. Die Immission ist das, was am Einwirkungsort ankommt, nachdem sich der Schadstoff in der Atmosphäre verdünnt und verteilt hat. Eine Anlage mit niedrigem Emissionswert kann bei ungünstiger Wetterlage oder mehreren Quellen im Umfeld trotzdem zu einer relevanten Immissionsbelastung beitragen.

Was bedeutet Transmission in diesem Zusammenhang?

Transmission bezeichnet die Übertragungsstrecke zwischen Emissionsquelle und Immissionsort — also die Ausbreitung, Verdünnung und teilweise chemische Umwandlung des Schadstoffs auf dem Weg durch die Atmosphäre. Modelliert wird dieser Vorgang mit der Ausbreitungsrechnung. Emission, Transmission und Immission sind damit die drei Stationen derselben Wirkungskette: Quelle, Übertragung, Empfänger.

In welcher Einheit werden Emissionen angegeben?

Am häufigsten als Massenkonzentration in mg/m³ (bezogen auf den Normzustand) oder als Massenstrom in kg/h. Für Geruch gelten Geruchseinheiten pro Kubikmeter, für Lärm der Schallleistungspegel. Ohne Angabe der Bezugsgrößen — Normzustand, Bezugssauerstoffgehalt, Zeitbasis — ist ein Emissionswert nicht vergleichbar.

Wer muss Emissionen überwachen und melden?

Grundsätzlich jeder Betreiber einer genehmigungsbedürftigen Anlage nach BImSchG. Der konkrete Umfang — Messpflicht, Eigenkontrolle, Emissionserklärung — ergibt sich aus dem Genehmigungsbescheid und den einschlägigen BImSchV. Details zur Erklärungspflicht: Emissionserklärung.

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