Thermische Oxidation ist der Oberbegriff für alle Abluftreinigungsverfahren, die organische Schadstoffe bei hoher Temperatur zu CO₂ und Wasser verbrennen. Sie ist das Mittel der Wahl bei höheren VOC-Frachten und überall dort, wo sichere Zerstörung gefordert ist.
Die drei Varianten
| Verfahren | Prinzip | Typische Betriebstemperatur |
|---|---|---|
| thermische Nachverbrennung (TNV) | direkte Verbrennung mit Brenner, rekuperative Vorwärmung | ca. 750 °C |
| regenerative Nachverbrennung (RNV/RTO) | regenerative Wärmespeicher, Wirkungsgrade > 95 % | ca. 800–850 °C |
| katalytische Nachverbrennung (KNV) | Katalysator senkt die nötige Temperatur | ca. 250–400 °C |
Der Schlüsselbegriff: Autothermie
Ab einer bestimmten Lösemittelkonzentration liefert die Abluft genug Heizwert, um die Oxidation ohne Stützgas zu betreiben — die Anlage läuft „autotherm”. Unterhalb dieser Schwelle entscheidet Erdgasverbrauch über die Betriebskosten; Gegenmittel sind Aufkonzentrierung per Zeolithrotor oder konsequente Wärmerückgewinnung.
Verfahrenswahl
TNV punktet bei hohen Konzentrationen und Prozesswärmebedarf, RTO bei großen, schwach beladenen Strömen, KNV bei niedrigen Temperaturen und sauberen Stoffspektren (Katalysatorgifte beachten!). Den vollständigen Entscheidungsrahmen liefert Abluftreinigungsverfahren im Vergleich; gebrauchte Anlagen finden Sie in der Gebrauchtanlagen-Börse.
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