Olfaktometrie ist die Messung von Geruch mit der menschlichen Nase als Detektor — standardisiert nach DIN EN 13725. Eine Abluftprobe wird einem geschulten Probanden-Panel in steigender Verdünnung dargeboten; die Verdünnungsstufe, bei der die Hälfte des Panels den Geruch gerade wahrnimmt, definiert die Geruchsstoffkonzentration in Geruchseinheiten pro Kubikmeter (GE/m³).
Warum nicht einfach Stoffe messen?
Geruch entsteht aus Gemischen hunderter Komponenten mit extrem unterschiedlichen Wahrnehmungsschwellen — chemische Analytik kann die Geruchswirkung daraus nicht zuverlässig vorhersagen. Die Olfaktometrie misst die Wirkung direkt und ist deshalb die Referenzmethode für Genehmigung und Konfliktklärung.
Einsatz in der Praxis
Olfaktometrische Quellenmessungen liefern die Eingangsdaten für Ausbreitungsrechnungen nach Anhang 7 der TA Luft 2021 (Geruchsstunden-Bewertung) — zusammen führt das zum Geruchsgutachten. Wichtig: Probenahme und Analyse müssen binnen 30 Stunden erfolgen (Probenalterung), und der Betriebszustand bei der Probenahme entscheidet über die Aussagekraft.
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