Die Ausbreitungsrechnung ist ein Rechenverfahren, das modelliert, wie sich Luftschadstoffe oder Gerüche aus einer Quelle in der Umgebung verteilen. Sie ist das Herzstück jeder Immissionsprognose und in Anhang 2 der TA Luft 2021 methodisch festgelegt; Referenzmodell ist AUSTAL.
Eingangsdaten
- Emissionsdaten: Massenströme, Quellgeometrie, Austrittsbedingungen (Temperatur, Volumenstrom)
- Meteorologie: repräsentative Windrichtungs-, Windgeschwindigkeits- und Stabilitätsstatistik
- Standort: Geländemodell, Bebauung, Rauigkeit
Ergebnis und Verwendung
Berechnet werden Zusatzbelastungen an Beurteilungspunkten — verglichen mit den Immissionswerten der TA Luft bzw. den Geruchsstunden-Häufigkeiten nach Anhang 7. Verwendung: Genehmigungsverfahren, Schornsteinhöhenbestimmung, Konfliktklärung. Bei komplexer Bebauung oder Topographie ersetzt bzw. ergänzt eine CFD-Simulation das Standardmodell.
Grenzen des Standardmodells
AUSTAL ist für die freie Ausbreitung kalibriert. Kritisch wird es bei niedrigen Quellen zwischen hohen Gebäuden, in engen Tallagen oder bei Kaltluftabflüssen: Hier kann das Standardmodell die reale Belastung über- oder unterschätzen. Die TA Luft sieht für solche Fälle besondere Anforderungen an die Modellierung vor — in der Praxis ist eine gebäudeauflösende Strömungssimulation (CFD) dann oft der Weg zu einem belastbaren und zugleich nicht überkonservativen Ergebnis, etwa bei der Festlegung von Schornsteinhöhen.
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