- Anorganische Gase
Schwefelwasserstoff
H₂S
Giftiges Gas mit charakteristischem Geruch nach faulen Eiern. In hohen Konzentrationen tödlich.
Emissionsquellen
- Raffinerien
- Kläranlagen
- Papierindustrie
- Biogasanlagen
Gesundheitsgefahren
- Hochgiftig
- Geruchsbelästigung
- Bewusstlosigkeit
Grenzwerte
Gültige Emissionsgrenzwerte nach TA Luft
TA Luft
3 mg/m³
Emissionsgrenzwert
Arbeitsplatzgrenzwert
7 mg/m³
AGW / MAK-Wert
Geeignete Reinigungsverfahren
Diese Verfahren eignen sich zur Abscheidung von Schwefelwasserstoff
Alkalische Wäscher
Biofilter
Aktivkohle
Was ist Schwefelwasserstoff?
Schwefelwasserstoff (H₂S) ist ein farbloses Gas mit charakteristischem Geruch nach faulen Eiern. Es tritt in Klär- und Biogasanlagen, in der Petrochemie, der Zellstoff- und Lederindustrie sowie bei Faulungs- und Vergärungsprozessen auf.
H₂S ist hochgiftig und tückisch: In hohen Konzentrationen lähmt es den Geruchssinn, sodass die Warnwirkung des Geruchs entfällt. Bereits geringe Mengen reizen Augen und Atemwege.
Schwefelwasserstoff-Grenzwerte im Überblick
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| TA Luft 2021 — Emissionsgrenzwert | 3 mg/m³ |
| Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) | 7 mg/m³ |
Welcher Grenzwert konkret gilt, hängt von Anlagenart, Massenstrom und Bezugsbedingungen ab. Die rechtssichere Bewertung übernimmt unsere unabhängige Abluftberatung, der Nachweis der Einhaltung erfolgt über Emissionsmessungen.
Schwefelwasserstoff aus der Abluft entfernen
H₂S ist gut wasser- und basenlöslich sowie biologisch abbaubar: alkalische Wäscher, Biofilter bzw. Biowäscher (z. B. an Kläranlagen) und Aktivkohle sind die typischen Verfahren.
- Alkalische Wäscher
- Biofilter
- Aktivkohle
Als herstellerunabhängige Berater wählen wir das Verfahren ausschließlich nach Ihrem Bedarf. Einen Überblick über die Verfahren gibt unsere Seite zur Abluftreinigung; bei oxidativen Lösungen sind RTO-Anlagen, thermische und katalytische Nachverbrennung relevant.
Wo Schwefelwasserstoff entsteht — Quellen und betroffene Branchen
Schwefelwasserstoff (H₂S) entsteht bei anaeroben Faulprozessen, also beim mikrobiellen Abbau organischer Stoffe unter Sauerstoffmangel. Charakteristisch ist der intensive Geruch nach faulen Eiern bereits in sehr geringen Konzentrationen.
- Abwasser- und Kläranlagen
- Biogasanlagen
- Zellstoff- und Papierindustrie
- Tierkörperverwertung und Rendering
- Petrochemie und Erdgasaufbereitung
Schwefelwasserstoff aus der Abluft mindern
Da H₂S gut biologisch abbaubar ist, eignen sich Biowäscher und Biofilter; bei höheren Frachten kommen alkalisch-oxidative Chemowäscher oder imprägnierte Aktivkohle zum Einsatz. Die geruchliche Bewertung erfolgt olfaktometrisch im Rahmen unserer Emissionsmessungen.
Schwefelwasserstoff messen und überwachen
H₂S wird elektrochemisch oder per UV-Photometrie gemessen; in Biogas- und Klärtechnik sind fest installierte Sensoren mit Alarmschwellen Standard. Wichtig fürs Messkonzept: H₂S tritt stoßweise auf (Prozesszustände, Räumvorgänge) — Stichproben unterschätzen die Spitzen. Kontinuierliche Aufzeichnung über mehrere Tage liefert die belastbare Basis. Ablauf: Emissionsmessung.
Die unterschätzte Gefahr: Warum H₂S-Arbeitsschutz zur Abluftplanung gehört
H₂S riecht schon in Spuren nach faulen Eiern — aber ab etwa 100 ppm lähmt es den Geruchssinn: Die Warnwirkung verschwindet genau dann, wenn es gefährlich wird; wenige hundert ppm können tödlich sein. Behälter, Schächte und Pumpwerke sind deshalb Freimess-Bereiche. Für die Abluft heißt das: Erfassung an der Quelle, korrosionsfeste Ausführung (H₂S + Feuchte = Schwefelsäure-Korrosion) und passende Reinigung — biologische Entschwefelung, dotierte Aktivkohle oder alkalische Wäsche. Die Geruchsbewertung der Nachbarschaft läuft über das Geruchsgutachten.
Häufige Fragen zu Schwefelwasserstoff
Welcher Grenzwert gilt für Schwefelwasserstoff nach TA Luft?
Nach der TA Luft 2021 liegt der Emissionsgrenzwert bei 3 mg/m³. Der konkret anzuwendende Wert hängt vom Massenstrom und den Bezugsbedingungen der Anlage ab.
Wie hoch ist der Arbeitsplatzgrenzwert für Schwefelwasserstoff?
Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) beträgt 7 mg/m³ nach TRGS 900.
Wie wird Schwefelwasserstoff aus der Abluft entfernt?
Geeignet sind Alkalische Wäscher, Biofilter sowie Aktivkohle.
Wer prüft die Einhaltung der Grenzwerte für Schwefelwasserstoff?
Die Einhaltung wird über akkreditierte Emissionsmessungen nachgewiesen. Stooss Abluftconsulting begleitet Sie herstellerunabhängig von der Bewertung über die Verfahrensauswahl bis zur messtechnischen Abnahme.
Beratung zu Schwefelwasserstoff
Wir beraten Sie zur optimalen Abscheidung und Einhaltung der Grenzwerte.
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Lassen Sie uns gemeinsam die optimale Lösung finden.