Ein Zeolithrotor (auch Rotationskonzentrator oder Adsorptionsrad) ist ein kontinuierlich rotierendes Adsorptionsrad aus hydrophobem Zeolith. Er löst ein klassisches Wirtschaftlichkeitsproblem der Abluftreinigung: große Volumenströme mit niedriger Lösemittelkonzentration, deren direkte Verbrennung unverhältnismäßig viel Energie kosten würde.
Funktionsprinzip
- Adsorptionszone: Der große Abluftstrom durchströmt das Rad, Zeolith bindet die organischen Stoffe — die gereinigte Luft verlässt die Anlage
- Desorptionszone: Ein kleiner, heißer Teilstrom (typisch 1:5 bis 1:15) treibt die Stoffe wieder aus
- Ergebnis: ein kleiner, hoch konzentrierter Strom, den eine thermische Nachverbrennung oder RTO-Anlage autotherm — also ohne Stützgas — oxidieren kann
Typische Einsatzfälle
Lackieranlagen, Druck- und Beschichtungsprozesse, Klebstoff- und Elektronikfertigung — überall dort, wo viel Luft mit wenig VOC anfällt.
Worauf es ankommt
Zeolith verträgt — anders als Aktivkohle — hohe Temperaturen und ist unbrennbar, reagiert aber empfindlich auf Stäube und schwerflüchtige Komponenten (Verklebung des Rads). Vorfiltration und realistische Stoffanalyse entscheiden über die Standzeit. Die Kombination Rotor + Oxidation richtig zu dimensionieren ist eine klassische Aufgabe der Abluftberatung; einen Gesamtüberblick gibt Abluftreinigungsverfahren im Vergleich.
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